Aktionswoche Alkohol 2019: Alkohol? Weniger ist besser!

Die Guttempler in Bielefeld beteiligen sich auch in diesem Jahr an der „Aktionswoche Alkohol 2019“. In dieser von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) initiierten Aktionswoche soll der Blick verstärkt auf den problematischen Alkoholkonsum in Deutschland gerichtet werden.

Rund 1,77 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. Weitere 1,6 Mio. Menschen trinken regelmäßig so viel Alkohol, dass man von Missbrauch spricht. Damit ist jeder Alkoholkonsum gemeint, der zu körperlichen, seelischen und sozialen Schäden führt. Umgerechnet auf Bielefeld sind dies ca. 8.000 Bürger/-innen, die abhängig sind und 7.000 Menschen, die sich durch übermäßigen Alkoholkonsum schädigen.

Missbrauch und Abhängigkeit beginnen fast immer unspektakulär: mit Gewöhnung. Oft wird das Glas Alkohol am Feierabend scheinbar unverzichtbar. Je öfter Alkohol angeblich für Wohlbefinden sorgt, desto weniger gelingt es, schwierige Situationen ohne Alkohol zu bewältigen.

 

Schwerpunktthema der Aktionswoche 2019: „Alkohol? Nicht am Arbeitsplatz!“

Aktionswoche Alkohol 2019: Alkohol? Nicht am Arbeitsplatz!Kein Alkohol am Arbeitsplatz – dafür gibt es gute Gründe. Fachleute schätzen, dass 10 % aller Beschäftigten – von der Geschäftsführung bis zur Aushilfskraft – aus gesundheitlicher Sicht zu viel trinken. 5 % von diesen Personen trinken demnach riskant und weitere 5 % sind suchtgefährdet. Auch fehlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer Suchtproblematik bis zu 16-mal häufiger als die Gesamtbelegschaft – was wirtschaftliche Einbußen und deutliche Mehrarbeit für Kolleginnen und Kollegen bedeutet.

Doch auch gesamtgesellschaftlich kostet Alkohol am Arbeitsplatz enorm viel Geld: Durch Arbeitsausfälle, Frühberentung oder Rehabilitationen entstehen der Volkswirtschaft geschätzte Kosten in Höhe von knapp 30,15 Mrd. €. Daneben entstehen durch alkoholbedingte Unfälle insgesamt Kosten von ca. 9,15 Mrd. € für das deutsche Gesundheitssystem. Und auch im Zusammenhang mit Berufsausbildungen gelten Alkoholprobleme als die häufigste Ursache bei Fehlzeiten, Leistungseinbußen und Arbeitsunfällen im Betrieb.

Info-Veranstaltung mit Karl-W. Klingenberg bei den Guttemplern

Am Mittwoch, den 22. Mai um 19.30 führen die Guttempler zum Thema „Kein Alkohol am Arbeitsplatz“ eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung durch. Sie beginnt um 19.30 Uhr im Guttemplerhaus in der Gr.-Kurfürsten-Str. 51, der Eintritt ist frei.

Karl-W. KlingenbergReferent ist Karl-W. Klingenberg, ein ausgewiesener Fachmann im Bereich Mitarbeiterberatung und Gesundheitsförderung, der seine beruflichen Wurzeln als Sozialarbeiter in der Beratung und Hilfe für suchtkranke Menschen hat. Nachdem er in einer Suchtberatungsstelle begonnen hatte, war er Leiter einer Fachklinik, um dann in eigener Praxis zu arbeiten.

Karl-W. Klingenberg vertritt einen integrativen und ressourcenorientierten Beratungsansatz. Dieser zielt darauf ab, mit den Stärken des Klienten bzw. Kunden zu arbeiten, dessen Potenzial zu aktivieren und für den Lösungsprozess zu gewinnen. Grundlage ist ein humanistisches Menschenbild, welches sich durch eine wertschätzende Haltung den Menschen gegenüber und einer Annahme einer Veränderungsmöglichkeit von Verhalten und Situationen auszeichnet.